Die Geschichte des Steirischen Ölkürbisses (lat. Cucurbita pepo var. styriaca)

Der „Steirische Ölkürbis“ ist vor über 100 Jahren durch eine natürliche Mutation entstanden. Der "Steirische Ölkürbis", eine Art des gewöhnlichen Gartenkürbisses Cucurbita pepo, geht genetisch auf die Wildformen Cucurbita texana, Cucurbita fraterna und Cucurbita sororia zurück. Durch Selektion der Mutation wurde die heute verwendete nacktschalige Varietät gezüchtet, deren Anbau sich zwischen 1870 und 1880 in der Steiermark verbreitete. Zwischenzeitlich wurde der Steirische Kürbiskern züchterisch weiterbehandelt, so dass wir heute den dickbauchigen, dunkelgrünen und schalenlosen Kern haben.

Der schalenlose Ölkürbis wird heute vor allem in der Steiermark und einigen klimatisch begünstigten Regionen Österreichs angebaut. Aber auch in den angrenzenden Regionen, wie z.B. in Slowenien, Ungarn sowie in weiteren osteuropäischen und asiatischen Ländern, wird der schalenlose Kürbis bereits kultiviert.

Der größte Vorteil des Steirischen Kürbiskerns liegt in seinen Inhaltsstoffen und qualitätsrelevanten Merkmalen. Vor allem in der pannonischen Tiefebene findet der Ölkürbis alle erforderlichen Voraussetzungen, sodass die Kerne beste Qualität erreichen können. Das in der Samenhülle der Kerne enthaltene Chlorophyll und das Karotin sorgen für die dunkelgrüne Farbe. Das dezent nussartige Aroma kommt vom Röstvorgang, wobei die Kernmasse schonend erwärmt wird, ohne die wertvollen Inhaltsstoffe zu zerstören.

Der Kürbissamen wird Anfang Mai ausgesät. Geerntet werden die bis zu 8 kg schweren Früchte ab Mitte Oktober. Das schwammige Fruchtfleisch des Kürbisses enthält im Durchschnitt 150g Kerne. Bei der Ernte der Kerne bleibt die Schale und das Fruchtfleisch des Kürbisses auf dem Feld als Dünger zurück.